Vom 5. bis 9. Oktober 2026 wurde Mainz zum zentralen Treffpunkt für internationale Forschende und Expert*innen an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Wissenschaft. Die AI for Science Week 2026 brachte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz über 200 Fachpersonen aus der ganzen Welt zusammen.

Foto/©: Peter Pulkowski / JGU
KI für die Wissenschaften („AI for Science“) ist der nächste große Trend rund um KI. Die Technologien eröffnen neue Möglichkeiten, die Entwicklung von Innovationen, neuen Hypothesen und Theorien nicht nur zu beschleunigen, sondern auch zu verbessern. Das bedeutet, dass ggf. Lösungen zu offenen Problemen der Menschheit gefunden werden können oder bessere Lösungen zu bereits grundsätzlich gelösten Problemen. Wie viele Technologien kann aber auch diese zum Guten wie zum Schlechten genutzt werden. Wir sind der Meinung, dass hierbei sowohl Unwissen als auch Wissen in falschen Händen eine Gefahr darstellt. Daher muss eine offene, akademische Forschung auf dem Gebiet sowie eine informierte öffentliche Debatte stattfinden.

Die „AI for Science Week“ umfasste zwei Konferenzen und einen Workshop. Mit der „29th International Conference on Discovery Science“ fand eine traditionsreiche Konferenz zu KI-Methoden für die Wissenschaften auf dem Campus der JGU Mainz statt. Parallel dazu lief die „2nd International Conference on AI for Science„, mit einem Schwerpunkt auf KI-Anwendungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften, in der Chemie und in den Materialwissenschaften, in den Lebenswissenschaften und in der Physik.
Der Auftakt im historischen Kurfürstlichen Schloss setzte direkt zu Beginn starke Impulse.

Nach den Grußworten von Wissenschaftsminister Clemens Hoch, JGU-Vizepräsidenten Prof. Dr. Stefan Müller-Stach und Prof. Dr. Stefan Kramer folgte die Eröffnung-Keynote von Prof. Dr. Christopher Bishop, dem Gründer von Microsoft Research AI for Science.

Foto/©: Peter Pulkowski / JGU

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Das Line-up der Vortragenden war fantastisch. Wir hörten unter anderem Vorträge von:
Zudem trafen sich am 5. und 6. Oktober im Schloss Waldthausen 30 weltweit führende Expert*innen in „AI for Science“ für den Nobel Turing Challenge-Workshop. Inhalt des Workshops war die Frage, ob und wie Maschinen bis 2050 Wissenschaft auf einem Niveau betreiben können, das grundsätzlich einen Nobelpreis wert sein könnte. Die Wahl des Zeitpunkts, sowohl des Workshops als auch der Konferenzen, ist kein Zufall: In dieser Oktoberwoche wurden die Nobelpreise bekannt gegeben.
Das Conference Dinner fand am 7.10. im Alten Postlager statt.

Zwischen Street Food und Kicker-Tisch gab es viele Möglichkeiten zum Austausch und Netzwerken. Zudem wurde der Best Paper Award der “29th International Conference on Discovery Science 26” verliehen: Herzlichen Glückwunsch an Madalina Rogozan, Natalia Sidorova und Boudewijn van Dongen, die das Paper “From Exceptional Subgroups to Hypotheses: A Contrastive Analysis Approach” einreichten. Dicht gefolgt vom Paper “Residuals Are Not Enough: Limits of Physics-Informed Pre-Training for Scientific Foundation Models” von Serge Kotchourko, Amin Totounferoush, Michael Mahoney und Steffen Staab.
Ein wesentliches Anliegen der Veranstaltung war es, Brücken zwischen verschiedenen Disziplinen zu schlagen. In spannenden Vorträgen und Diskussionsrunden ging es nicht nur um technologische Innovationen, sondern vor allem um den verantwortungsvollen, verlässlichen Einsatz von KI-Systemen in der Forschung – von der Chemie und Physik bis hin zu den Geistes- und Sozialwissenschaften. Auch Ansätze für KI-gestützte Forschung (AI-Assisted Research) zeigten eindrucksvoll, wie moderne Algorithmen Forschende künftig bei der wissenschaftlichen Entdeckung begleiten und unterstützen können.

Die Woche bot reichlich Raum für persönlichen Austausch, inspirierende Gespräche und neue Perspektiven für die länder- und fachübergreifende Zusammenarbeit. Mainz hat sich in dieser Woche einmal mehr als lebendiger Knotenpunkt für die Zukunft der KI-gestützten Wissenschaft präsentiert.